o

Sous Turm

Auricher Tauchsieder, Stadtkunst oder Avantgarde?

Am Sous-Turm scheiden sich noch immer die Geister - und das soll auch so sein: Der Sous-Turm ist Touristenmagnet und Stein des Antoßes zugleich.


Um den Marktplatz eine Sehenswürdigkeit zu geben, beauftragte die Stadt Aurich den aus Würselen bei Aachen stammenden Künstler Albert Sous, eine Plastik zu entwerfen. 1990 wurde das Kunstobjekt, ein 25 Meter hoher Turm, der aus mit Plexiglas verkleidetem Stahlrohr besteht, aufgestellt. Die Baumaterialien waren im Wesentlichen Abfälle aus dem Forschungszentrum Jülich. Das Bauwerk war und ist nicht unumstritten. Am Turm selbst ist ein Schild angebracht, das auf die Auseinandersetzungen über den Sous-Turm eingeht. Zitiert wird darauf der Emder Publizist Henri Nannen mit den Worten: "Der Turm in Aurich ist anstößig, und Kunst muss Anstöße geben, also anstößig sein".

Der Turm soll verschiedene Zivilisationsstufen darstellen. Doch häufig bei moderner Kunst, erschließt sich der Sinn des Werkes oder die Absicht des Künstlers nicht auf den ersten Blick. Die Interpretation bleibt dem Betrachter überlassen. Die Auricher nennen das Werk auch spöttisch "Auricher Tauchsieder" oder "futuristischer Schrotthaufen".


Für manche ist er künstlerische Avantgarde. Bei Gästen ist er allerdings ein beliebtes Fotoobjekt.